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Kontakt

Heinrich-Schütz-Haus
Nikolaistraße 13
D-06667 Weißenfels

Tel: + 49 (0) 3443 - 30 28 35
Fax: + 49 (0) 3443 - 33 70 63

Museumskasse:
+ 49 (0) 3443 – 23 90 383

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Eintritt

Erwachsene

5,00 €

ermäßigt

3,00 €

(Studierende, Auszubildende, Leistungsempfänger, Men-schen mit Handicap, Mitglie-der des Weißenfelser Musik-vereins »Heinrich Schütz« e.V.)

Schüler

1,00 €

Kinder 0 – 6 Jahre

frei

Gruppenermäßigung
(ab 10 Prs.)

4,00 €

Führung 60 Min.(max. 9 Prs.)

30,00 €

Führung 90 Min.(max. 18 Prs.)

40,00

Rundgang mit Einführung 90 Min.(19 – 30 Prs.)

40,00 €
Schulklassen 1,00 €
Jahreskarte 15,00 €
Jahreskarte ermäßigt 9,00 €

Aufpreis fremdspra-chige Führungen

10,00 €
Zusätzliche Öff-nung nach Verein-barung

erste Std. 20,00 €, je weitere 30 Min. 10,00 €

Freier Eintritt an jedem letzten Mittwoch im Monat.

Newsletter

Dieser Newsletter informiert Sie über die Arbeit des Heinrich-Schütz-Hauses und das aktuelle Veranstaltungs-programm.

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Anreise

Mit dem Auto

aus Richtung Berlin, München (A 9), Zeitz (B 91):
A 9 Abfahrt Weißenfels –  B 91 in Richtung Leipzig, Weißenfels-Zentrum – Selauer Straße – Zeitzer Straße – Parkhaus Georgenberg oder über Große Klosterstraße zu den Parkplätzen am Markt und in der Leipziger Straße

aus Richtung Dresden (A 38), Lützen, Leipzig (B 87):
A 38 Abfahrt Lützen – B 87 Leipziger Straße Richtung Weißenfels – B91 Richtung Zeitz / A9 bis Abfahrt Zentrum – Selauer Straße – Zeitzer Straße – Parkhaus Georgenberg oder über Große Klosterstraße zu den Parkplätzen am Markt und in der Leipziger Straße

aus Richtung Göttingen (A 38), Merseburg, Halle (B 91):
A38 Abfahrt Weißenfels / Leuna – B 91 Richtung Weißenfels – Merseburger Straße Richtung Zentrum – Kreisverkehr Niemöllerplatz – Friedrichsstraße – Kreisverkehr am Hotel „Jägerhof“: 3. Ausfahrt  – Nikolaistraße: hinter Tunnel rechts abbiegen zum Parkhaus Georgenberg oder links abbiegen in die Große Klosterstraße zu den Parkplätzen am Markt und in der Leipziger Straße

aus Richtung Naumburg (B 87):
B87 Naumburger Straße bis Kreisverkehr am Hotel Jägerhof : 2. Ausfahrt – Nikolaistraße: hinter Tunnel rechts abbiegen zum Parkhaus Georgenberg oder links abbiegen in die Große Klosterstraße zu den Parkplätzen am Markt und in der Leipziger Straße

Mit der Bahn

stündlich mit den Regionalbahnen von Leipzig, Halle und Erfurt
mehrmals am Tag mit der Burgenlandbahn in der Saale-Unstrut-Region
Der Fußweg vom Bahnhof Weißenfels zum Heinrich-Schütz-Haus dauert ca. 10 Minuten.

Mit dem Flugzeug

über den Flughafen Halle/ Leipzig (ca. 35 Kilometer nordöstlich von Weißenfels)
Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln reist man etwa eine Stunde nach Weißenfels.

Mit dem Fahrrad

Weißenfels liegt am Saaleradweg. Von Halle und Jena ist Weißenfels an einem Tag zu erradeln.

Mit dem Reisebus

Reisebusparkplatz

zeitlich unbegrenzt
Schloss Neu-Augustusburg (Vorplatz)
Zeitzer Straße 4
06667 Weißenfels

Reisebushaltestelle

Am Kloster
06667 Weißenfels

Presse

Musikalische Entdeckungen: Wiederaufführungen unbekannter Werke der Weißenfelser Hofmusik

1 • 6 • 2017

Pressefoto Cantus Thuringia

Musikalische Entdeckungen

Der Weißenfelser Musikverein „Heinrich Schütz“ e.V. lädt zu zwei Konzerten ein, bei denen bislang unbekannte Werke der Weißenfelser Hofmusik zur Aufführung gelangen. Die Konzerte mit Cantus Thuringia und dem Akademie-Barockensemble Weimar unter der Leitung von Bernhard Klapprott finden am 9. Juni 2017 ab 19 Uhr in der Jakobskirche Weimar und am 10. Juni 2017 ab 17 Uhr im Rahmen der Händel-Festspiele in der Weißenfelser Schlosskirche St. Trinitatis statt. Es erklingen geistliche Kantaten, Konzerte und Instrumentalwerke von David Heinrich Garthoff (um 1670-1741) und Johann Beer (1655-1700), die in einem Kooperationsprojekt mit der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar aufführungspraktisch eingerichtet wurden.

Der Weißenfelser Fürstenhof galt im 17. und 18. Jahrhundert als ein Zentrum der frühen deutschen Oper und der Kirchenmusik. Berühmte Barockmusiker wie Johann Philipp Krieger, Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Georg Philipp Telemann wirkten hier.  Aber auch heute weniger bekannte Komponisten trugen zu dem facettenreichen Bild einer faszinierenden Klanglandschaft bei. Zu ihnen gehörte David Heinrich Garthoff (um 1670-1741), der als Fagottist und Hoforganist der fürstlichen Kapelle sowie als Musikdirektor am herzoglichen Gymnasium in Weißenfels wirkte. Er galt zu Lebzeiten als bekannter Komponist, dessen Kantaten weit über das Fürstentum hinaus verbreitet waren. Sein Schaffen ist heute gänzlich in Vergessenheit geraten, obwohl sich neben einigen Stücken für Tasteninstrumente mehr als sechzig Kirchenkantaten des Komponisten erhalten haben. Sieben Kantaten befinden sich heute im Thüringischen Landesmusikarchiv Weimar. Studierende der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar übertrugen die Kantaten in einem Editionsseminar aus den handschriftlichen Quellen und richteten sie für die Wiederaufführung ein. Die Idee hierzu entwickelte Stefan Garthoff, Lehrbeauftragter für Musiktheorie an der Weimarer Musikhochschule, nachdem er bei einem Besuch des Heinrich-Schütz-Hauses durch die Museumsdirektorin Henrike Rucker auf den Komponisten gleichen Namens aufmerksam gemacht wurde. Gemeinsam entstand ein Kooperationsprojekt zwischen dem Weißenfelser Musikermuseum und der Abteilung für Musikwissenschaft der Hochschule in Weimar.

In den Konzerten erklingen fünf Kantaten und ein Orgelpräludium von Garthoff sowie zwei Vokalkonzerte des Weißenfelser Konzertmeisters Johann Beer (1655-1700). Sein Schicksal war durch ein Unglück eng mit der Biografie Garthoffs verbunden. Bei einem Vogelschießen in Freyburg durchschlug eine Gewehrkugel zuerst Garthoffs Lippe, um dann im Halse Beers stecken zu bleiben. Bei der operativen Entfernung der Kugel starb Johann Beer. Einige seiner Kompositionen sowie seine pseudonym erschienenen Romane und Schriften haben ihn überdauert.

Vor den Aufführungen finden jeweils Konzerteinführungen mit Stefan Garthoff in der Jakobskirche bzw. dem Heinrich-Schütz-Haus statt. Die Konzerte werden gefördert durch die Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V. sowie durch die Stadtwerke Weißenfels. Das Konzert in Weißenfels ist zudem ein Programmpunkt der Händel-Festspiele, eingebunden in eine Exkursion nach Weißenfels mit Besuch des Heinrich-Schütz-Hauses.

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Freitag, 9. Juni 2017, 19:00 Uhr, Jakobskirche Weimar

Samstag,  10. Juni 2017, 17:00 Uhr, Schlosskirche St. Trinitatis Weißenfels
Musik am Weißenfelser Fürstenhof
Kantaten, Konzerte und Instrumentalmusik von

David Heinrich Garthoff und Johann Beer

CANTUS THURINGIA
Judith Devise, Sopran
Christoph Dittmar, Altus
Benjamin Glaubitz, Tenor
Carsten Krüger, Bass
AKADEMIE-BAROCKENSEMBLE
Ching-Yin Chiu, Blockflöte
Silke Weller, Julius Petrak, Violine
Lea Strecker, Gundula Mantu, Viola
Tillmann Steinhöfel, Violone
Leitung und Orgel: Bernhard Klapprott

Eintritt 15,- €, erm. 12,- €, Schüler 5,- €

Freitag, 17:45 Uhr, Jakobskirche Weimar
Samstag, 15:45 Uhr, Heinrich-Schütz-Haus Weißenfels
Konzerteinführung mit Stefan Garthoff, Hochschule für Musik Weimar


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Ein Kupferstich für das Heinrich-Schütz-Haus

1 • 6 • 2017

Am 1. Juni 2017 überreichte der Weißenfelser Barockforscher Dr. Otto Klein der Direktorin des Heinrich-Schütz-Hauses Weißenfels, Henrike Rucker, einen Kupferstich als Schenkung für die Sammlung des Musikermuseums. Der Stich zeigt ein Porträt des in Weißenfels geborenen Gelehrten und Theologen Christoph Matthäus Seidel (1668-1723), der ein Patensohn von Heinrich Schütz war. Die Familie wohnte im heute noch bestehenden Gasthof „Zum Goldenen Hirsch“, direkt gegenüber dem Heinrich-Schütz-Haus.

Christoph Matthäus Seidel  war der Sohn des Gastwirts, „öffentlichen Notars und Stadthauptmanns“ Bernhard Seidel , der den Gasthof „Zum Creuze“ (späterer Gasthof „Zum Goldenen Hirsch“)  in der Weißenfelser Nikolaistraße betrieb. Bei seiner Taufe am 1.  Juni 1668 stand der kurfürstlich-sächsische Hofkapellmeister Heinrich Schütz (1585-1672) Pate. Taufpatenschaften hatten in der frühen Neuzeit eine hohe soziale Bedeutung, mit ihr besiegelten die Menschen das Beziehungsnetz innerhalb ihrer Stadt. Für den 83-jährigen Komponisten war es das zwölfte und zugleich letzte Patenkind in Weißenfels, mit dessen Familie er nachbarschaftlich verbunden war.

Christoph Matthäus Seidel erhielt seine Schulbildung an der kursächsischen Landesschule Pforta und am Gymnasium illustre Augusteum in Weißenfels. Sein Studium an der Universität Leipzig, das er 1688 mit dem Magister der Philosophie abschloss, umfasste auch  orientalische Sprachen, Kirchengeschichte und antike Wissenschaften. Er hielt zunächst Vorlesungen in öffentlichen Kollegien der Universität, musste dann aber Leipzig krankheitshalber verlassen und zog zu einem Freund nach Roßwein (Sachsen). Von hier aus predigte er als Substitut  im nahe gelegenen  Marbach und schlug, mit Vermittlung des berühmten Theologen Philipp Jacob Spener, die Laufbahn eines Geistlichen in Wolkenberg bei Altenburg ein. Wegen seiner Nähe zu den pietistischen Glaubensvertretern Spener und August Hermann Francke geriet Seidel in Konflikt mit der lutherischen Orthodoxie und wurde deshalb vom Leipziger Konsistorium verhört, das ihm aber kein ernsthaftes Vergehen gegen die reine Lehre Luthers nachweisen konnte.  In der Folgezeit betreute Seidel Pfarrstellen in Groß-Stochau (Herzogtum Gotha), Schönberg (Altmark), Tangermünde und Brandenburg, bevor er 1717 die Stelle als Pastor Präpositus (Probst) an der Nikolaikirche in Berlin erhielt. Hier wurde er wegen seiner rhetorischen Begabung und seiner hohen Gelehrsamkeit sehr geschätzt. Er verfasste wissenschaftliche und theologische Schriften und übersetzte mehrere Bücher aus dem Englischen. 1720 wurde er in die Königlich-Preußische Sozietät der Wissenschaften aufgenommen. Seidel war seit 1689 mit Christina Kühn, der Tochter eines Stadtrichters aus Dippoldiswalde, verheiratet und hatte mit ihr acht Söhne und fünf Töchter.  Er starb im Alter von 55 Jahren am 8. Juni 1723 hochgeehrt in Berlin.

Der Kupferstich aus dem Jahr 1715 stammt von dem Berliner Kupferstecher Georg Paul Busch. Dr. Otto Klein, der dem Heinrich-Schütz-Haus als Historiker und Mitglied des Weißenfelser Musikvereins „Heinrich Schütz“ e.V. eng verbunden ist, schenkte oder vermittelte in den vergangenen Jahren immer wieder historische Drucke und Kupferstiche an das Heinrich-Schütz-Haus. Seine Forschungen über Taufpatenschaften von Heinrich Schütz und seiner Schwester Justina Thörmer, die bis dahin in der Schütz-Forschung noch nicht belegt waren,  gingen in die 2012 neu konzipierte Dauerausstellung ein.



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Heinrich Schütz Musikfest 2017 stellt sich vor

11 • 5 • 2017

HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST
6. bis 15. Oktober 2017
Bad Köstritz | Gera | Weißenfels | Zeitz | Dresden

aus Liebe zur Wahrheit

„Aus Liebe zur Wahrheit“ veränderte Martin Luther die Welt. Er und unzählige Mitstreiter schufen eine bis heute wirkmächtige Bewusstseinszäsur. Und das Heinrich Schütz Musikfest 2017, welches vom 6. bis 15. Oktober 2017 in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen veranstaltet wird, liefert den „Soundtrack“ zu diesen epochemachenden Bewegungen nach 1517. Freilich handelt es sich dabei keineswegs um eine museale Rückschau: Denn schon der Namensgeber des Musikfests, Heinrich Schütz, war ein Vorreiter der Moderne, ein konfessioneller Kosmopolit, ein Meister des musikalischen Ausdrucks, ein Wegbereiter.

Das Heinrich Schütz Musikfest 2017 entspringt der Begeisterung für die Musik des 17. Jahrhunderts. Nicht zuletzt dank der Hilfe von langjährigen Förderern, Sponsoren und Partnern konnte ein erneut vielgestaltiges Programm entworfen werden, das diese Liebe zur Musik mit der „Liebe zur Wahrheit“ verknüpft.

Das facettenreiche Festspielprogramm bietet mit insgesamt 37 Veranstaltungen eine faszinierende und abwechslungsreiche Komposition aus Konzerten, Ausstellungen und Führungen. Das deutschlandweit bedeutendste Festival zur Musik des 17. Jahrhunderts präsentiert seine Veranstaltungen in Weißenfels, Zeitz, Bad Köstritz, Gera und Dresden. Die Ausnahmegambistin Hille Perl ist in diesem Jahr artist in residence des Musikfests.

So vielfältig wie diese einzigartige Kulturregion Mitteldeutschlands ist auch das Festspielprogramm des Heinrich Schütz Musikfest 2017. Neben der artist in residence Hille Perl werden zahlreiche Stars der Barockmusikszene wie Dorothee Mields, Peter Kooij, David Erler, Arno Paduch, Laurence Dreyfus oder Bachpreisträger Pavel Svoboda erwartet. Großartige international beachtete Ensembles wie amarcord, das Calmus Ensemble, PHANTASM, Cappella Sagittariana Dresden, Capella de la Torre, das Johann Rosenmüller Ensemble, das Ensemble Quintana oder Sarband werden die Vielfalt des Schützschen Œvres und das seiner Zeitgenossen präsentieren.

Alte Musik und historische Klangbilder treffen auf zeitgenössische Aneignungen und stilistische Grenzgänger zwischen Frühbarock, Weltmusik und Neuer Musik. Werke für opulente Reformationsfeiern von 1617 sind zu hören. Klangprächtige Instrumental- und Vokalkonzerte in einigen der schönsten Kirchen Mitteldeutschlands laden ein, sich ganz der Verbindung von Raum und Musik hinzugeben. Daneben gibt es – und das ist ebenso Markenzeichen des Musikfests – überraschende und außergewöhnliche Spielstätten. So bietet das Musikfest die Möglichkeit, auratische Orte und spannende Veranstaltungsformate im Mathematisch-Physikalischen Salon im Dresdner Zwinger, in der Hochspannungshalle der TU Dresden und im Kleinen Schlosshof des Residenzschlosses Dresden zu entdecken oder lädt zu einem Wandelkonzert in die Rüstkammer des Residenzschlosses Dresden ein.

Auch im aktuellen Programm richtet sich das Heinrich Schütz Musikfest 2017 wieder ganz gezielt an die jüngere Generation. So bietet Schütz_Junior! in Konzert- und Workshop-Formaten Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, sich im wahrsten Sinne des Wortes „spielerisch“ dem Themenfeld des musikalischen Frühbarocks zu nähern. Das Musikfest lädt mit seinem schon traditionellen Familienkonzert zur Veranstaltung Die Abenteuer des Simplicissimus zu einer musikalischen Reise durch die Welt des aufgewühlten 17. Jahrhunderts ein.

Entscheidende Unterstützung erfährt das Heinrich Schütz Musikfest seit einigen Jahren durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Burgenlandkreis. Erstmals präsentieren sie nun 2017 den artist in residence des Musikfests. Damit unterstreichen beide Partner auch inhaltlich die überregionale Bedeutung, die sie dem Heinrich Schütz Musikfest beimessen, wirkt der artist in residence doch prägend für den thematischen und künstlerischen Schwerpunkt des Fests. Substanziell erweitert wird diese Kooperation durch die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, die gemeinsam mit der Sparkasse Gera-Greiz das Musikfest unterstützt. Somit steht das Netzwerk der Förderer nicht nur für eine umfangreiche Förderung, sondern auch exemplarisch für ein länderübergreifendes kulturelles Engagement.

Der Kartenvorverkauf zum Musikfest startet am 15. Mai 2017. Karten können bequem im Internet unter www.schütz-musikfest.de oder telefonisch unter der Kartenservicenummer (01806) 700 733 (0,20 € pauschal deutsches Festnetz; 0,60 € Mobilfunknetz) bestellt werden. Für Vielbucher gibt es attraktive Sparangebote. Junge Menschen mit einem Schülerausweis erhalten Eintrittskarten zum Taschengeldpreis in Höhe von 5,00 € für fast alle Veranstaltungen.

Das Heinrich Schütz Musikfest 2017 wird an den wichtigsten Lebensstationen Schütz‘ in Weißenfels, Zeitz, Bad Köstritz, Gera und Dresden stattfinden. Hauptveranstalter ist der Verein Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V. (MBM). Das Musikfest wird in Kooperation mit drei ständigen Partnern veranstaltet, die zugleich als Mitveranstalter für das jeweilige Bundesland agieren: die Schütz-Akademie e.V. Bad Köstritz (Thüringen), die Stadt Weißenfels und der Weißenfelser Musikverein „Heinrich Schütz” e.V. (Sachsen-Anhalt) sowie die Dresdner Hofmusik e.V. (Sachsen).

Hinzu treten in einer breit angelegten Netzwerkstruktur alljährlich weitere Kooperationspartner und Unterstützer. Unter konzeptioneller Federführung der MBM engagieren sich all diese Partner vor Ort kontinuierlich bei der Pflege des Schütz-Erbes und geben dem überregional bedeutsamen Musikfest durch ihre regionale Verwurzlung und ihre kreativen Beiträge sein unverwechselbares Gesicht – exemplarisch, authentisch, begeisternd.

Jahresprogramm 2017

19 • 1 • 2017

Weißenfels, 19. Januar 2017

Das Heinrich-Schütz-Haus startet am 28. Januar 2017 mit einem Konzert des Kölner Ensembles „Concert Royal“ in das neue Veranstaltungsjahr.  2017 erwartet die Besucher wieder ein abwechslungsreiches Programm mit Konzerten, Vorträgen, Führungen und Gesprächen. Einen Schwerpunkt bilden Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum. Raritäten und Wiederaufführungen wechseln sich ab mit Konzerten von Nachwuchskünstlern, Evergreens und Familienangeboten.

Mit 17 Eigenveranstaltungen und weiteren 11 Veranstaltungen im Rahmen des Heinrich Schütz Musikfests bietet das Heinrich-Schütz-Haus ein umfangreiches und vielfältiges Programm. Jahreshöhepunkt ist das Heinrich Schütz Musikfest vom 6. bis 15. Oktober, das sich unter dem Motto „…aus Liebe zur Wahrheit“ dem Reformationsjubiläum und seinen musikalischen Auswirkungen bei Schütz bis in unsere Zeit widmet. Artist in Residence ist die Gambistin und mehrfache Echo-Klassik-Preisträgerin  Hille Perl.

Außerhalb des Heinrich Schütz Musikfests gehören zwei Spitzenkonzerte der renommierten Ensembles Weser-Renaissance Bremen am 28. April sowie Gesualdo Consort und Brisk Recorder Quartet Amsterdam am 4. November zu den Programmhighlights, bei denen selten zu hörende Werke der Reformationszeit in der Weißenfelser Schlosskirche erklingen.

Die  seit 2015 bestehende Kooperation mit der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar wird weiter ausgebaut.  In Fortführung der beliebten Reihe „Belvedere im Schütz-Haus“ gestalten Schüler des Hochbegabtenzentrums Schloss Belvedere wieder zwei Konzerte im Heinrich-Schütz-Haus. Darüber hinaus beschäftigen sich Studierende im Rahmen eines musikwissenschaftlichen Seminars mit dem Weißenfelser Barockkomponisten David Heinrich Garthoff  (um 1670-1741) und übertragen eine Auswahl seiner Kantaten aus Handschriften des 18. Jahrhunderts im Archiv der Weimarer Musikhochschule. Diese werden bei zwei Konzerten in Weißenfels und Weimar unter den Titel „Musik am Weißenfelser Fürstenhof“ mit dem Ensemble „Cantus Thuringia“ erstmals in unserer Zeit wieder aufgeführt. Das Projekt des Weißenfelser Musikvereins „Heinrich Schütz“ e.V. wird von der Mitteldeutschen Barockmusik und den Stadtwerken Weißenfels gefördert. Die Händel-Festspiele bieten das Konzert am 10. Juni in der Weißenfelser Schlosskirche im Rahmen ihres Exkursions-Programms an und verknüpfen es mit einer Stadtführung sowie einem Besuch des Heinrich-Schütz-Hauses.

In der Reihe „Ohrenschmaus im Schütz-Haus“ widmet sich am 22. März ein Vortrag des Berliner Theologen Marc-Roderich Pfau dem kirchenmusikalischen Schaffen Georg PhilippTelemanns für den Weißenfelser Fürstenhof aus Anlass des 250. Todestages des Komponisten.  Der Weißenfelser Kinderarzt Dr. Wolfgang Knopp,  Vorstandsmitglied des Weißenfelser Musikvereins „Heinrich Schütz“ e.V., stellt in einem Vortrag am 20. September die Lebenswege von Heinrich Schütz und Johann Sebastian Bach gegenüber.

Bei einer Führung zum Internationalen Museumstag am 21. Mai erinnert Museumsdirektorin Henrike Rucker an den im Schütz-Haus geborenen Werner Meyer Behr (1902-1976) und  späteren Vizepräsidenten der von den Nationalsozialisten geflüchteten Juden in London. Ob beim sommerlichen Hofkonzert der Naumburger Band „Steinmeister“,  der Weißenfelser Museumsnacht,  den Konzerten der Musikschule „Heinrich Schütz“ oder einem Puppentheater zur Höfischen Weihnacht –  Besucher ganz unterschiedlicher Altersgruppen und Interessen können im  Heinrich-Schütz-Haus ein passendes Angebot finden. Mit einem einheitlichen Eintrittspreis für Schüler von nur 5 Euro je kostenpflichtiger Veranstaltung wird gezielt ein junges Konzertpublikum angesprochen.

Das Heinrich-Schütz-Haus befindet sich in Trägerschaft der Stadt Weißenfels und erhält eine institutionelle Förderung durch den Burgenlandkreis. Die Organisation der  Veranstaltungen erfolgt  in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Weißenfels und dem Weißenfelser Musikverein „Heinrich Schütz“ e.V. Einzelne Veranstaltungen werden gefördert von  den Stadtwerken Weißenfels, der Kultur- und Brauchtumsstiftung der Kreissparkasse Weißenfels sowie der Mitteldeutschen Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V., die als Veranstalterin für das Heinrich Schütz Musikfest verantwortlich zeichnet.

Kuratorium für das Heinrich-Schütz-Haus gegründet

28 • 10 • 2016

Für das Heinrich-Schütz-Haus Weißenfels wurde am 15. Oktober 2016 ein Kuratorium gegründet, das sich der Unterstützung und breiten Bekanntmachung des Musikermuseums widmet.

Zu den Mitgliedern zählen 21 namhafte Persönlichkeiten der Politik, Wirtschaft und Kultur aus der ganzen Bundesrepublik. Den Vorsitz hat der Unternehmensberater und ehemalige baden-württembergische Minister Dr. Christoph Palmer, seine beiden Stellvertreter sind die Staatssekretärin Dr. Tamara Zieschang, Magdeburg, und der international renommierte Opernsänger Matthias Rexroth.

Das Kuratorium verfolgt das Ziel, die Stadt Weißenfels in ihren Bemühungen um die Pflege des musikalischen Erbes von Heinrich Schütz in Verbindung mit ihren weiteren bedeutenden Kulturtraditionen zu unterstützen. Das Heinrich-Schütz-Haus im ehemaligen Alterswohnsitz des Komponisten gehört mit seiner herausragenden Ausstellung, seiner historischen Gestaltung und seinen Vermittlungskonzepten zu den anerkanntesten Musikermuseen Deutschlands. Um das Haus einem breiten nationalen und internationalen Besucherkreis bekannt zu machen, möchte das Kuratorium Projekte und Initiativen fördern und für das Museum werben. Eine wichtige Zielmarke bildet dabei das Jubiläum aus Anlass des 350. Todestages von Heinrich Schütz im Jahr 2022. Als erste Maßnahme wird ein Marketingkonzept in Auftrag gegeben.


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Konzert „Wiederentdeckt“ 3.9.2016

31 • 8 • 2016

Am Samstag, dem 3. September 2016 ab 17 Uhr lädt das Heinrich-Schütz-Haus zu einem besonderen Konzert ein, bei dem der Gambist Thomas Fritzsch wiederentdeckte Fantasien von Georg Philipp Telemann zur Aufführung bringt, die lange als verschollen galten.

Im Jahr 1735 veröffentlichte Georg Philipp Telemann (1681-1767) zwölf Fantasien für Viola da gamba solo, ein bis in das 18. Jahrhundert wegen seiner ausdrucksvollen Klangschönheit sehr beliebtes Streichinstrument. Die Fantasien galten Musikliebhabern über Generationen hinweg als das „verschollene Bernstein-Zimmer“ der solistischen Gambenmusik, doch schien es lange so, als sei kein Druckexemplar erhalten geblieben. Dem Hinweis eines französischen Kollegen folgend, fand der Gambist Thomas Fritzsch im März 2015 in einem Privatarchiv ein vollständiges Exemplar des Frühdrucks. In diesem Kompendium der Gambenmusik gießt Telemann ein Füllhorn musikalischer Ideen aus, besticht durch eine erstaunliche Kenntnis der Spielmöglichkeiten des Instruments und erweist sich als ein Meister der intimsten kammermusikalischen Form. Der spektakuläre Fund bildete die Grundlage für die Welterstaufführung im Rahmen der 23. Magdeburger Telemann-Festtage im März 2016. In Weißenfels, für dessen barocken Fürstenhof Telemann vier Opern und eine Kantate komponierte, folgt nun eine der ersten Wiederaufführungen der Fantasien.

Der in seiner Wahlheimat Freyburg/Unstrut lebende Thomas Fritzsch hat sich als renommierter Gambist weltweit einen Namen gemacht und musiziert in den europäischen Konzertsälen ebenso wie auf den Podien der Metropolen New York, Boston, Tokio, Seoul, Abu Dhabi, Dubai, Havanna, Hongkong, Shanghai und Jerusalem. Robert Marshall lobte ihn als den Casals der Gambe. Mit Leidenschaft und brillantem historischen Wissen sucht und entdeckt Thomas Fritzsch verschollene und vergessene Werke der Gambenliteratur, die er stets erstaufführt, ediert und in Weltersteinspielungen vorlegt. Zu seinen Funden zählen Carl Friedrich Abels 2nd Pembroke Collection, Abels Ledenburg-Sonaten und Sonaten Johann Christian Bachs. Weltweites Aufsehen in der Musikwelt erzielte Thomas Fritzsch 2016 mit der Wiederentdeckung der verschollen geglaubten 12 Fantaisies pour la Basse de Violle von Georg Philipp Telemann. Als internationaler Werbeträger für die Musik von Bach und Abel wurde Thomas Fritzsch 2014 zum Kulturbotschafter der Stadt Köthen ernannt.


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